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Leseprobe „Das war also der Opferpriester, dessen Hände das infame Urteil vollstrecken sollten. Es herrschte Grabesstille. Auf der Plattform waren große Ständer mit blakenden Fackeln aufgestellt. Ihr trübes, flackerndes Licht ließ die ganze Szenerie noch gespenstischer erscheinen. Die unheimliche Gestalt blieb hinter einem niedrigen Steintisch stehen, streckte langsam die muskelbepackten Arme gen Himmel und verharrte in einer andachtsvollen Pose, in einer Pose inbrünstiger Meditation. Rolf sollte als erster die verhängnisvollen Stufen hinaufge-tragen werden. Gefaßt, in sein Schicksal ergeben, nahm er Abschied von mir. “Leb wohl, Hans! Wir haben einiges gesehen und erlebt, unser Leben war wirklich schön. Aber, was soll’s, was einen Anfang hat, muß auch ein Ende nehmen.” Von unsagbarer Verzweiflung und Todesangst ergriffen, konnte ich nichts erwidern. Das würgende Gefühl war unerträglich, kein Laut konnte sich meinem Mund entringen. Ich sah nur, wie Rolf von sechs Kriegern gepackt und die steinernen, breiten Stufen hinaufgetragen wurde. Oben angelangt, wurde er auf den steinernen Tisch gelegt. Die Krieger zogen sich scheu zurück, und bald sah ich, halb wahnsinnig vor Grauen, wie sich die mörderischen Arme des Opferpriesters über den Tisch beugten.“
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