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Leseprobe "Was war denn das, meine Herren? Eine Entgleisung etwa?" fragte der kleine Spitzbärtige, der so sehr einem wirklichkeitsfremeden Gelehrten ähnelte. "Ein Auto ist auf dem Bahnübergang voll erwischt worden. Der Lokführer hat es zu spät gemerkt und den Karren zum Blechhaufen gestoßen und mitgeschleift", kam Rolfs Antwort. "Und die Insassen? Ich glaube kaum, daß da jemand durchgekommen ist", meinte ein betagter Inder, der mit uns im Abteil saß. "Ich weiß noch nichts", erwiderte Rolf, "ich bin ja nicht zur Lokomotive gegangen. Wahrscheinlich wird gerade das Gleis freigemacht, dann wissen wir mehr." Rolf hatte recht gehabt. Die meisten von den unverletzten Passagieren und diejenigen, die nur wenig in Mitleidenschaft gezogen worden waren, drängten sich auf die Lok zu, um mehr zu sehen oder um sich nach den Unfallsursachen zu erkundigen. Da wir selbst heil davongekommen und obendrein neugierig waren, schlossen wir uns ihnen an. Die Wirklichkeit übertraf an grausamer Entsetzlichkeit alles, was die besten Horrorfilme zielstrebig produzieren konnten. Es mußte ein Luxusauto neusten Modells gewesen sein. Von dem vor wenigen Minuten noch stolzen Wagen war nur ein desolater, formloser Haufen wild verbogenen Blechs und zerborstener Eisenteile übriggeblieben. Aus dem monströsen Gewirr von verzerrtem Metall und teilweise verkohltem qualmendemGummi lugte das unterhalb der Knie abgesäbelte Bein eines Mannes hervor. Es lag in einer Lache frischen, noch nicht geronnenen Blutes. Kein Schmerzenslaut, kein noch so geringes überlebenszeichen.
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